Tom i Norge - Fjorde, Fisch und schöne Winter

 
11Juli
2015

Zurück in der Heimat! Danke für Alles!

Nach einer langen Pause melde ich mich wieder. Diesmal aus der Deutschen Heimat.

Nach meinem letzten Blogeintrag ist so einiges passiert und ich habe es einfach nicht eher geschafft zu schreiben.

Am Donnerstagmorgen habe ich die letzten Dinge zusammengepackt und meinen Koffer gewogen. Mit knapp 30,5 kg lag dieser auch noch im annehmbaren Bereich.

Wenig später war es auch schon Zeit Adieu zu sagen. Es war ein richtig komisches Gefühl! Von meinem kleinen Gastbruder habe ich mich zuerst verabschiedet. Er war noch sehr müde und war auch sehr mitgenommen von der ganzen Verabschiedung. Das war echt sehr traurig.

Meine Gasteltern haben mich darauf zum Bahnhof gefahren, an dem sich alle anderen Austauschschüler treffen sollten. So haben wir die letzten Minuten am Bahnhof verbracht. Ich kann nicht beschreiben, wie komisch dieses Gefühl ist! Dann kam nach einer Weile auch schon der Zug. Es wurde sich herzlichst verabschiedet und nach einem Gruppenbild und vielen Umarmungen stand ich mit meinem ganzen Gepäck im Zug. Alle haben gewinkt und einige haben auch geweint.

Nach einer kurzen Zugfahrt wurden wir von einem Reisebus eingesammelt und sind zum letzten in die Vestfold gefahren. Hier haben wir in einer gemütlichen Hütte gewohnt. Wir konnten Volleyball spielen und baden, denn das Meer war direkt nebenan. Wir hatten das gesamte Wochenende perfektes Wetter. Die Sonne hat geschienen, es war angenehm warm und so kam es, dass ich mir einen richtigen Sonnenbrand zugezogen habe.

Im Camp ging es eigentlich nur darum Abschied von Norwegen zu nehmen. Wir haben über unsere Heimkehr nachgedacht und einige Tipps bekommen. Es war richtig schön noch einmal so einen Ausklang zu haben. Mein letzter richtiger Tag in Norwegen war der Freitag, denn der Samstag war komplett für die Heimreise gedacht.

Wir wurden in der Nacht 02:00 Uhr von einem großen Reisebus geholt. Schlaf hatten wir vorher natürlich keinen mehr bekommen!

Also sind wir zum Flughafen gefahren, an dem ich dann noch 7 Stunden bis zum Check-in warten konnte. Ich hatte in diesen Stunden ein bisschen Fieber, aber es wurde sich gut um mich gekümmert. Die einzelnen Länder wurden immer zu ihrem Flug begleitet und so hatten alle die Möglichkeit sich von allen zu verabschieden. Es war zwar auch ziemlich stressig, denn schließlich waren wir 150 Mann, zusammengequetscht auf einen kleinen Flughafenbereich.

Gegen 10:30 durften endlich auch die Deutschen zum Check-in. Ich war mächtig aufgeregt, denn ich hatte ja Übergepäck und auch mein Handgepäck war nicht sehr leicht. Zum Glück ist alles gut gegangen und ich bin durch die Kontrollen gekommen.


Auf Wiedersehen Norwegen!

 

 
Die Deutschen starten!

Im Duty-free-Bereich des Flughafens habe ich dann noch, wie alle anderen auch, norwegische Süßigkeiten gekauft. Wenig später konnten wir auch schon ins Flugzeug.

Der Flug war angenehm, doch kurz vor Frankfurt wurde es echt turbulent. Über dem Flughafen hatte sich ein Gewitter zusammengebraut und durch den starken Regen wurde dieser geschlossen. Wir mussten also eine halbe Stunde lang Platzrunden drehen, bis wir endlich die Landeerlaubnis bekamen.

Mit meinem Anschlussflug ging alles in Ordnung. Es war zwar alles ein bisschen verspätet, aber wenigstens wurde er nicht annulliert. Solch ein Pech hatten nämlich alle, die weiter nach Berlin wollten.

Ich war also dann auf dem Weg nach Leipzig, bin gelandet und durfte ewig auf meinen Koffer warten. Zuerst dachte ich er wäre durch das Chaos am Flughafen in Frankfurt nicht mitgekommen, doch dann kam er endlich und mir ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen!

Am Ausgang vom Ankunftsbereich haben schon meine Eltern auf mich gewartet. Sie haben mich herzlich begrüßt und meine Mutti konnte sich ihre Tränen natürlich nicht unterdrücken. Auf der Heimfahrt vom Flughafen haben wir viel erzählt. Ich kann sagen, dass es wirklich ein unbeschreibliches Gefühl war.

Da an diesem Wochenende ein großes Stadtfest bei mir zu Hause war und „Die Prinzen“ ein Konzert gaben, habe ich mich dazu entschlossen, noch einmal kurz vorbeizuschauen und den wichtigsten Leuten „hallo“ zu sagen. Das hat alles geklappt, doch meine Müdigkeit konnte ich nicht unterdrücken, weshalb ich direkt danach ins Bett bin.

Am Tag darauf hatte mein Vati Geburtstag und wir waren richtig schön Eis essen. Ich musste immer wieder lachen, denn der sächsische Dialekt ist mir noch nie so extrem aufgefallen, wie an diesen Tagen.

An meinem ersten deutschen Montag habe ich meine Schule besucht. Ich wurde richtig herzlich empfangen. Sowohl von meinen Freunden, als auch von meinen Lehrern. Ich freue mich richtig in das neue Schuljahr zu starten! Es wurde unglaublich viel mit mir erzählt!

Nun standen natürlich auch weniger schöne Dinge auf dem Plan. Ich musste Kleidung kaufen, denn in Norwegen bin ich doch aus einigen Klamotten rausgewachsen. Ebenso standen Arztbesuche an.

Am Donnerstag war ich bei meiner ersten Orchesterprobe und durfte mir kurz vor den Sommerferien alle meine Lieblingslieder wünschen. Es war richtig toll und ich war so glücklich!

Mit meiner Schule war ich Russisch essen und das absolute Highlight war die Kursfahrt nach Prag mit meiner ehemaligen Klasse! Es war richtig herrlich und ich habe die Zeit mit meinen Freunden genossen.

Nun starten die Sommerferien und ich bin schon ein bisschen traurig. Ich habe mich langsam echt wieder eingelebt, aber Einiges aus Norwegen vermisse ich schon. Natürlich bin ich auch so froh wieder hier zu sein. Jetzt kommt erst mal der Sommer und danach starte ich in die 11. Klasse, auf die ich mich schon echt freue.

Das wird wohl der letzte Blogeintrag sein. Das ist ein ziemlich emotionaler Moment, denn mein Blog hat mich das ganze Jahr begleitet. Mein großes Ziel – ihn als Buch drucken lassen!

Ein ganz großes Dankeschön geht an meine vielen fleißigen Blogleser, die immer liebe Kommentare dagelassen haben; an meine Familie und Freunde, die mir mit Päckchen die Zeit versüßt haben und mir immer ein Lächeln auf die Lippen gezaubert haben; und zu guter Letzt an meine Gastfamilie, die mir ein wunderschönes und erlebnisreiches Jahr ermöglicht hat.

DANKE AN EUCH ALLE!!! 

 

25Juni
2015

Jetzt wird es ernst! Meine letzte Woche geht zu Ende

Das ist jetzt wahrscheinlich mein letzter Blog, den ich auf norwegischem Boden schreiben werde. (Aber noch nicht mein letzter Blog!) Die letzten 24 Stunden mit meiner Gastfamilie sind angebrochen und ich versuche die letzte Woche zusammenzufassen.

Am Freitag habe ich mein Ergebnis vom Norwegisch-Examen bekommen. Naja, eigentlich erst am Samstag, denn es gab einen Fehler mit dem Programm, dass die Ergebnisse ins Internet lädt. Ich war zwar nicht zufrieden, aber letztendlich habe ich bestanden und meine Norwegisch-Note verbessern können. 

Am Freitagnachmittag bin ich mit allen anderen aus dem kleineren Orchester nach Sandvika auf die Insel Kalvøya gefahren. Unser Nachbarorchester hat nämlich 100-jähriges Jubiläum. Wir waren zu einem Sommerabend mit Volleyball und Grillen eingeladen. 

Wir hatten schönes Wetter und viel Spaß. Mein Volleyballteam ist sogar bis ins Viertelfinale gekommen. Es Warens ehr viele andere Orchester da. Darunter auch eins aus den USA. Wir haben den Abend alle sehr genossen. 

Am Samstag hatten wir nochmal ein kleines Outdoor-Konzert. Alles lief gut und somit hatte ich auch das letzte Mal mit diesem Orchester gespielt. Nach dem Konzert wurde mir ein großes Dankeschön ausgesprochen und noch ein Gruppenbild gemacht. Zu guter Letzt Gab es dann eine riesige Gruppenumarmung. Bei diesem Konzert habe ich meine letzte Medaille bekommen. Insgesamt habe ich nun vier Stück. 

Da das Orchester noch am selben Tag auf Korpstur (Orchesterreise) gefahren ist, musste noch einiges nach dem Konzert erledigt werden. Ich habe meinem Gastbruder beim Packen geholfen (darin bin ich mittlerweile Weltmeister) und dann hatten wir noch etwas Zeit und Hunger. Wir haben uns also kurzfristig dazu entschlossen, noch einmal Kaiserschmarrn zu machen. Den haben wir dann bis zum letzten Krümel aufgegessen. 

Wenig später haben wir meinen Gastbruder zum Hafen nach Oslo gefahren. Von dort ging die Fähre, denn die Reise sollte nach Dänemark gehen. Ich konnte leider nicht mitfahren. Das wäre viel zu viel Stress mit dem Packen und allem geworden. Ich habe mich dann dort am Wasser von allen einzeln aus dem Orchester verabschiedet, auch von Susanne unserer Dirigentin. Es war zwar traurig, aber innerlich war ich happy. 

Danach bin ich mit meinen Gasteltern Richtung Ekeberg gefahren. Dort gibt es ein tolles Restaurant, mit Panoramablick über ganz Oslo und den Hafen. Dort haben wir einen Kaffee getrunken und das Boot beobachtet, auf dem mein Gastbruder gerade war.

 Seit dem bin ich sozusagen „Einzelkind“ hier, denn der große Gastbruder hat gerade Abschlussprüfung und lernt fleißig außerhalb. 

Auf dem Heimweg sind wir durch Oslo gefahren und erst jetzt bin ich durch die Straßen gefahren, an denen 2011 die Bombe in Oslo explodiert war. Komisches Gefühl!

Dann gab es Abendessen und wir haben den Abend ausklingen lassen. 

Am Sonntag wollten wir noch einmal richtig wandern gehen. Wir waren eigentlich schon fast da, doch auf den letzten 10 Kilometern war der Weg gesperrt und fing an kräftig zu regnen. Da sind wir eben wieder umgekehrt. Der gute Wille war auf jeden Fall da!

Zum Abendessen konnten wir aufgrund des Regens nicht wie geplant grillen. Dafür gab es super lecker Steaks aus der Pfanne. 

Dieser Tag war auch der längste Tag des Jahres. Es war der 21. Juni – Sommersonnenwende. Es war richtig lange hell und auch die Mitternachtssonne im hohen Norden war nun auf ihrem Höhepunkt. Schon witzig, dass es in 2/3 von Norwegen nicht mehr Nacht wird.

Am Montag hatten wir eigentlich einen Turniertag, aber es war so schlechtes Wetter, dass dieser dann wortwörtlich ins Wasser gefallen ist. Ich bin dann mit vielen anderen aus meiner Klassenstufe in ein Café gegangen und dort haben wir ewig lange geredet und gelacht und hatten viel Spaß.

Trotz des Regens ist es sehr warm und drückend. Das ist auch der Grund für die vielen kleinen Gewitter, die zurzeit über mir entlang ziehen. 

Am Dienstag war mein letzter Schultag. Das hört sich richtig komisch an. Wir haben eine halbe Stunde als Klasse zusammen mit unserem Kontaktlehrer verbracht und dann ging es in die Cafeteria, in der schon viele Stühle und eine Bühne aufgebaut waren. Dort wurde eine Rede von der Direktorin und vom Schülersprecher gehalten, der Lehrerchor hat gesungen und wir Austauschschüler haben unser Zeugnis bekommen. Zum Glück hat das alles so gut geklappt, denn dieses Zeugnis ist ja der Nachweis, dass ich hier ein Jahr zur Schule gegangen bin. Ich bin sehr zufrieden mit meinen Noten und habe mich sogar in Bezug auf das Halbjahr verbessert! 

Dann wurden noch Preise ausgeteilt für den Tag im Wald. Meine Klasse hat hier kräftig abgeräumt. Wir waren die beste Klasse und hatten auch die beste Gruppe. Das bedeutete: Schokolade!

Nach dieser Veranstaltung habe ich eine halbe Stunde gefühlten tausend Leuten in meiner Schule tschüss gesagt. Das war ein richtig komisches Gefühl und eigentlich kann ich es gar nicht beschreiben. Es war eben traurig. Aber ich will gar nicht traurig sein, ich bin lieber froh auf das, was sich in diesem Jahr entwickelt hat. 

An diesem Tag war auch Sankthans. Das ist ein spezieller Tag, an dem viele Leute mit ihren Booten auf dem Fjord sind und riesige Lagerfeuer gemacht werden. Man isst an dem Tag Rømmegrøt. Ich würde sagen das ist eine Art Milchreis ohne Reis, der ein bisschen Sauer schmeckt. Hast aber unglaublich gut geschmeckt!

Wir sind an diesem Abend durch die Ortschaften gefahren und haben an einigen Stellen mit guter Sicht Halt gemacht. So zum Beispiel auf dem Holmenkollen und auf Snarøya.

Mittwoch war mein letzter richtiger Tag mit meiner Gastfamilie. Ich habe meinen Koffer gepackt und mich langsam auf die Verabschiedung morgen vorbereitet.

Am Abend hatten wir noch einmal die ganzen Verwandten, sprich Omas und Tanten aus meiner Gastfamilie eingeladen. Auch mein Gastbruder kam total übermüdet von seiner Reise wieder. Wir haben zusammen gegessen und viel geredet. Es gab später auch noch Kuchen und ich habe tatsächlich auch noch Abschiedsgeschenke bekommen. Ein schönes norwegisches Kochbuch, einen Norwegen-Kalender und ein schönes Bild. Ich habe mich riesig gefreut, auch wenn ich wusste, dass es schwierig wird alles noch in den Koffer zu bekommen. 

Danach haben wir uns noch auf den Weg zu meinem großen Gastbruder gemacht, damit ich mich verabschieden konnte.

Nach dem Abschied von den Gastomas, der sehr berührend war, ging es dann nach Hause. Nun hatte ich noch eine Nacht in meinem norwegischen Bett. Diese habe noch einmal richtig genossen. 

In wenigen Stunden muss ich dann wohl auch Adieu zu meiner Gastfamilie sagen, bevor es für mich zum Abschlusscamp mit AFS geht. Ich fühle mich … komisch … noch nicht richtig traurig, aber auch nicht super happy … komisch halt. 

Ihr hört bald von mir! Oder ihr seht mich zuerst. 

19Juni
2015

Beginn der letzten Woche, erste Verabschiedungen und ein fantastisches Sommerkonzert

Tja so langsam wird es echt ernst. 

Letzten Freitag hatte ich die letzte gemeinsame Probe mit ABUK. Die habe ich natürlich noch einmal richtig genossen und glücklicherweise hatten wir an dem Sonntag darauf noch ein großes Konzert. Ich war schon ziemlich traurig nach der letzten Probe, aber das habe ich mir nicht so sehr anmerken lassen. 

Am Samstag war ich mit dem lokalen AFS Komitee auf einer Art Wochenendmarkt in Asker. Dort hatte AFS einen Stand, an dem man sich über alles Mögliche informieren konnte. Ich habe ein schönes AFS-T-Shirt bekommen und ein Eis wurde uns auch spendiert. Wir sind mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen. 

Direkt danach bin ich mit anderen Austauschschüler noch ins norwegische Parlament (Stortinget) gegangen. Dort kann man sich an Samstagen kostenlos durchs Haus führen lassen. Das hatte ich mir schon länger vorgenommen, aber nun endlich auch mal geschafft.

Der Sonntag war dann der große Konzerttag. Wir hatten Sommerkonzert und haben dafür natürlich den ganzen Tag nochmal zum Organisieren und üben verwendet. Das Konzert lief super! Der ganze Saal war voll und es gab einiges zu hören und zu sehen. Wir haben wirklich wieder tolle Musik gespielt. 

Eigentlich hätte ich an diesem Abend auch das Sommerabschlussfest mit AFS gehabt, aber ich war froh, dass ich mich für das Konzert entschieden hatte. Schließlich sehe ich die anderen AFSer noch beim letzten Camp.

Beim Sommerkonzert werden immer Preise vergeben. Zum Beispiel für die beste musikalische Entwicklung während des Jahres, das vorbildlichste Mitglied, und so weiter. Dieses Jahr hat uns auch ein bewährtes Mitglied verlassen. Er ist verdienter Weise Mitglied des Jahres geworden und hatte zu seinem Abschied extra ein Lied für uns komponiert: „Moving on“. Das kam richtig gut an! 

Traditionell gibt es nach dem Konzert immer ein großes Buffet für alle. Wir als Trompetergruppe, haben noch ein weiteres Stück gespielt, während die Gäste gegessen haben. Es war ein Mix aus vielen bekannten Trompetenstücken.

Nach dem Essen und dem Aufräumen kam der wohl schwierigste Part des Abends. Das Verabschieden. Es fiel mir echt schwer allen Tschüss zu sagen. Doch ich musste da leider durch. Ich wurde sehr herzlich von allen verabschiedet und ich habe es auch genossen so viele Gute Sprüche mit auf den Weg zu bekommen. Ich habe mich für das tolle Jahr mit ABUK bedankt und war trotz der Trauer glücklich. Vielleicht sehe ich das Orchester ja auch schon bald wieder, denn es ist eine Orchesterreise im Herbst geplant. Und es besteht tatsächlich die Möglichkeit, dass diese nach Deutschland, um genau zu sein nach Glauchau geht. Aber auch andere Ziele, wie Schweden oder Lettland sind möglich. Ich wurde auf jeden Fall eingeladen zu kommen. 

Zum Glück war das dann doch nicht die letzte Begegnung mit dem Orchester. Am Montagabend sind viele von uns noch gemeinsam ins Kino zu „Jurassic World“ gegangen. Das war ein sehr lustiger Abend und noch einmal ein toller Abschluss, bei dem dieses Dinosaurierbild entstanden ist:

Nun hatte ich nur noch wenige Tage Schule. Ich musste meine Bücher abgeben und am Mittwoch war der große Aufräumtag, an dem unser Klassenzimmer geputzt werden musste. Nun war ich auch mit der Schule fertig. Von den meisten Lehrern habe ich mich auch schon verabschiedet. Genauso wie von den ersten aus meiner Klasse, die jetzt schon in den Urlaub machen. 

In diesen Tagen finden die mündlichen Prüfungen statt, an denen ich zum Glück nicht teilnehmen muss. Jetzt bekomme ich auch bald mein schriftliches Prüfungsergebnis in Norwegisch. Ich bin schon ganz gespannt! 

In einer Woche sitze ich schon im AFS-Camp und bin fast wieder zu Hause! Es ist unbegreiflich, wie die letzten Wochen und Monate an mir vorbeigerast sind. Doch jetzt kommt der schwierigste Punkt, auf den wir von Anfang an vorbereitet wurden: Die Heimreise! 

Ich bin mitten in der letzten Woche mit meiner Gastfamilie. Ich muss jetzt jeden Moment genießen!

Ihr hört von mir. Neues gibt es schon bald! 

11Juni
2015

Aufsaugen der letzten Wochen

Eigentlich kommt es mir so vor, als hätte ich den letzten Eintrag erst gestern geschrieben, aber anscheinend ist es ja doch schon 10 Tage her.

Anfang Juni hatte ich das Jahrestreffen (Årsmøte) mit AFS Asker og Bærum. Dort haben alle Austauschschüler aus meiner Region über ihr Jahr berichtet und wir konnten Dinge ansprechen, die AFS noch verbessern kann. Das war ganz praktisch, denn so konnte ich erneut die kleinen Problemchen mit AFS ansprechen. 

Ich hatte euch letztes Mal ja von den Paketen erzählt. Diese sind tatsächlich schon nach 6 Tagen angekommen! Da haben alle nicht schlecht gestaunt. Mit dem Zoll gab es auch keine Probleme und somit waren alle happy. 

Am Samstag haben wir mit dem kleinen Orchester auf einer Konfirmation gespielt. Das war vielleicht warm unter der Uniform! Zum Glück wurden wir mit Kuchen und Limo belohnt. Somit war meine norwegische Marschkarriere vorbei. Meine Uniform wird dann bald wieder zurückgegeben, aber meine erarbeiteten Medaillen behalte ich. 

Um ganz ehrlich zu sein ist die Schule jetzt so gut wie vorbei. Ich habe fast permanent frei und nur zwischendurch mal ein-zwei Stunden. Das ist ziemlich entspannt, aber manchmal ist es auch etwas zu viel „Frei“. Da das Wetter in den letzten Tagen sehr schön und warm war (wahrscheinlich kam die warme deutsche Brise auch zu uns), war ich oft in Oslo, bin durch die Stadt geschlendert und habe noch das eine oder andere schöne Örtchen entdeckt.

Am Mittwoch war ein Sommerskirennen mitten in Oslo. Da habe ich eine Weile zugesehen. Es haben junge Sportler, aber auch erfahrene Profis aus der Olympiascene teilgenommen. Das Fernsehen war selbstverständlich auch vor Ort. 

Da ich im Laufe des Jahres viele kleine Münzen gesammelt habe, ist es nun langsam Zeit das schwere Kleingeld wieder auszugeben. So konnte ich mir ein Eis mit lauter 1 Kronen Münzen finanzieren. Die Verkäufer gucken da nicht schlecht, denn eigentlich wird viel mit Karte gezahlt. Mal sehen wie ich das Restgeld noch ausgebe – es sind mindestens noch 100 kleine Münzen.

Am selben Abend, nach dem Rennen in Oslo, bin ich mit meiner Gastfamilie noch einmal auf eine kleine Tour in den Wald gegangen. Da ich am Tag darauf einen Orientierungstag mit meiner Schule hatte, wurde mir noch einmal beigebracht, wie man den Kompass richtig benutzt. Durch das schwüle Wetter und den weniger harten Winter sind extrem viele Mücken in den Wäldern. Es war furchtbar! Aber die Tour an sich war trotzdem schön. Die Aussicht auf Sandvika war genial!

Am Tag darauf war der anstrengendste Tag der vergangenen Wochen. Zuerst mussten wir mit dem Bus in die Pampa fahren. Dort haben wir uns an einem See getroffen. Alle Klassen meiner Klassenstufe mussten mitmachen und wir wurden klassenweise in Teams aufgeteilt. Dann ging es 2,5 Stunden quer durch den Wald. Wir haben eine Karte mit Wegpunkten bekommen, die wir abarbeiten konnten. Dabei gab es je nach Entfernung eine gewisse Punktzahl. Wir sind über 10 Kilometer durch Schlamm und Wasser gelaufen, über Felsen geklettert und durch mückenreiches Gebiet gerannt. Es war fantastisch! Danach war ich richtig ausgeknockt. In der Mittagspause hatten wir Zeit zum Ausruhen. Danach ging es weiter. Ein Survivalkurs, einen Kurs zum Bau von Pfeil und Bogen kamen noch im Anschluss. Der Bogen meiner Gruppe war der präziseste von allen! Da war ich stolz, denn den und den dazugehörigen Pfeil, hatte ich schließlich im Alleingang gebaut.

Nach dem ganzen Spektakel wurde ich glücklicherweise nach Hause gefahren. Ich war echt müde! 

In zwei Wochen stehe ich kurz vor meiner Heimreise. Ich weiß ehrlich gesagt nicht so wirklich, was ich denken soll. Auf der einen Seite freue ich mich riesig auf meine Familie, meine Heimat und auf alle und alles, was ich vermisst habe. Doch auf der anderen Seite werde ich auch von hier viel vermissen. Es wird wohl erst mal komisch werden, doch das gehört nun einmal zu so einem Jahr dazu! Ich versuche die letzten beiden Wochen noch aufzusaugen und zu genießen! 

Bald hört ihr wieder von mir! (oder ihr seht mich)

01Juni
2015

Beachparty, Mitternachtskonzert und Examen

Da lässt man ein paar Tage mal nichts von sich hören und schon ist der 1. Juni! Es ist doch wirklich sonderbar, wie schnell die Zeit an einem vorbeirast!

Ich bin vorletztes Wochenende auf einer Beach-/ Poolparty mit AFS eingeladen gewesen. Eine Austauschschülerin aus Venezuela hatte uns alle eingeladen und wollte sich verabschieden, da sie aus besonderen Gründen schon eher nach Hause reist. Die Party fand auf Snarøya, einer Halbinsel im Oslofjord statt. Das ist ein weiteres Viertel der Reichen und Luxusliebenden, denn so ziemlich alle Häuser dort sind riesig und unglaublich pompös!

Wir haben uns mit allerlei Essbarem an einem beheizten Pool (fast 40°C) vergnügt. Das Wasser war mir persönlich viel zu warm!

Wir hatten richtig Glück mit dem Wetter an diesem Tag. Die Sonne hat die ganze Zeit geschienen und es war angenehm warm. Es gab gutes Essen und nach einer Weile sind wir alle als große Gruppe zum Strand gelaufen.

Hier hatte man eine super Aussicht auf die Inseln im Oslofjord und auf Oslo selbst.

Wir waren eine große Gruppe mit ungefähr 30 Personen. Ich habe mich besonders gefreut, die anderen deutschen Schüler wiederzusehen. Logisch, dass da viel geplaudert wurde. Es war ein toller Abend, doch es wurde nach Sonnenuntergang ziemlich kalt!

Auch hier wird es nachts nicht mehr vollkommen dunkel. Es ist nur düster.

Am Pfingstmontag war ich bei meiner Deutschlehrerin eingeladen. Sie wohnt auf der anderen Seite von Oslo, in Nordstrand. Ich konnte ihre Familie kennenlernen und wir haben uns bei Kaffee und Kuchen, leckerem Apfel-Rhabarber-Kuchen, über alles Mögliche unterhalten. Es war ein schöner und gemütlicher Nachmittag.

Am Dienstag darauf hatte ich das letzte Mal Norwegisch-Kurs. Da war ich ziemlich erleichtert, denn es ging ziemlich auf die Nerven dort die Zeit abzusitzen und danach kein bisschen schlauer nach Hause zu fahren.

Am folgenden Donnerstag hatte ich Vorbereitungstag auf das Examen. Das lief so, dass wir das Textheft bekommen haben. Darin stehen alle Gedichte, Texte und Novellen drin, zu denen dann im Examen Fragen gestellt werden. Wir, also alle die das Examen an meiner Schule machen sollten, sind dann mit einer Lehrerin durch die Texte gegangen und sollten den Rest des Tages nutzen, um uns intensiv vorzubereiten. Das habe ich eigentlich auch gemacht, denn das Examen war mir wichtig. Es ist schließlich der einzige „richtige“ Nachweis, dass ich Norwegisch kann. Da ich in der letzten Ganztagesprüfung (Tentamen) die Note 4/5 (also auf Deutsch 2/3) bekommen hatte, war ich relativ motiviert.

Am Freitag dem 29. Mai war es dann soweit. Das Examen stand an. Ich habe Schritt für Schritt das Aufgabenheft durchgearbeitet und mich am Ende für eine Novelleninterpretation entschieden, die am Ende sogar 800 Wörter lang wurde. Ich hatte ein gutes Gefühl und bin nach 6 Stunden nach Hause gegangen.

Am selben Abend hatte ich nach der üblichen Orchesterprobe ein Konzert zum Kulturfestival in Asker. Wir sollten um Mitternacht auf einem Hof spielen. Auf dem Hinweg sind wir am Anwesen der Kronprinzenfamilie vorbeigefahren, welches rund um die Uhr von Soldaten bewacht wird. Auf dem Hof. Der direkt am Semsvannet liegt, gab es dann für uns Essen. Das Konzert hat sich dann zwar um eine halbe Stunde nach hinten verschoben, aber Spaß gemacht hat es trotzdem. Man spielt ja nicht immer in den frühen Morgenstunden. Ich habe dort auch viele Mitschüler von mir getroffen, die ganz verwundert geguckt haben, als sie mich mit Trompete dort spielen sahen.

Das wirklich „Harte“ war, dass wir die nächsten Zwei Tage auch noch Seminar mit dem Orchester hatten. Jeden Tag von 11 – 16 Uhr proben geht ganz schön an die Substanz. Aber mittlerweile macht es so viel Spaß, dass die Zeit viel schneller vergeht als man erwartet.

Am Samstag habe ich außerdem meine beiden Pakete losgeschickt, die ich vorbereitet hatte. Während des Jahres hatte sich nämlich eine ganze Menge an Dingen angesammelt, die nach Deutschland zurück sollen. Ich hoffe mit den Paketen geht alles gut.

Jetzt ist es kein ganzer Monat mehr bis zu meiner Heimreise. Ich versuche die letzten Wochen noch in vollen Zügen zu genießen.

Bald hört ihr wieder von mir.

 

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